Ol Doinyo Lengai - Abstieg vom Kraterrand
Ich bestieg den Ol Doinyo Lengai in der Nacht vom 10. auf den 11.7.2007. Am 12. Juli trafen wir in Arusha ein.
In der folgenden Woche spüren wir immer wieder Erdbewegungen. Einmal befinden wir uns in einem Haus, als die Wände wackeln. Wir verlassen fluchtartig das Gebäude. Die Presse schweigt zunächst.
Am 19.7.2007 titelt die englischsprachige kenianische Tageszeitung „Daily Nation“ (die in ganz Ostafrika verkauft wird): „Panik und Evakuierung - die Beben schlagen wieder zu“. Die Titelseite ziert ein Bild von einem Ausbruch des Ol Doinyo Lengai im Jahre 1967 und in der Bildunterschrift wird erklärt: „Der Ol Doinyo Lengai ist der Ursprung der Erdbebenserie, die Kenia und Tansania in den letzten sieben Tagen erschüttert hat“. Im nachfolgenden Text wird berichtet, tausende Kenianer hätten die vergangene Nacht im Freien verbracht, weil sie befürchteten, die Beben könnten ihre Häuser zerstören. Die letzten Beben hatten eine Stärke von 6,1 auf der Richterskala. Hochhäuser wurden evakuiert und Krankenhäuser, Rettungsorganisationen, die Feuerwehr und das Militär in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Regierung bemühte sich, die Bevölkerung zu beruhigen, ließ aber doch vorsichtshalber einige ihrer eigenen Büros evakuieren und musste einräumen, dass vier der fünf Messgeräte, die im Land installiert sind, nicht funktionierten und die einzige funktionierende Station ihre Daten an ein geologisches Institut in den USA sendet, so dass man sich bei den Vorhersagen auf Analysen der Amerikaner verlassen muss. Am nächsten Tag berichtet die tansanischen Tageszeitung „The Citizen“, in der Region um den Ol Doinyo Lengai seien zahlreiche Häuser zerstört, Pisten in Mitleidenschaft gezogen und sogar ein Flusslauf unterbrochen worden. Die örtliche Bevölkerung lebte in Angst, betete den Berg an, um die Götter sind zu besänftigen und wartete bislang vergeblich auf Hilfe von außen. Die Region wurde für Touristen gesperrt…