Reisepraktische Informationen Ägypten
Visum und Einreiseformalitäten:
Theoretisch ist es möglich, dass Visum bei der Einreise an der Grenze zu
erhalten. Von der ägyptische Botschaft in Deutschland wurde uns aber
dringend empfohlen, das Visum schon vor der Abreise in Deutschland zu
besorgen (schnell und problemlos). An der Grenze zu Libyen hat man kaum
Erfahrung mit der Abwicklung der Einreise von Europäern.
Es dürfen recht großzügige Mengen von Alkohol und Zigaretten eingeführt
werden. Die Einfuhr von Sprechfunkgeräten ist verboten, andere
technische Geräte müssen deklariert werden und werden in den Pass
eingetragen, eventuell ist eine Kaution zur Zahlung fällig. Wir haben es
uns zur Angewohnheit gemacht, technisches Gerät vor den Grenzkontrollen
zu demontieren und im Wagen zu verstauen. Wir haben keinerlei Gerät
deklariert, im Land finden diesbezüglich keine Kontrollen statt.
Unsere Reisetaschen wurden (wie grundsätzlich alles Gepäck auch der
Einheimischen) einer Röntgenkontrolle unterzogen. Die Inspektion des
Fahrzeuginneren blieb oberflächlich.
Die Abwicklung der Einreiseformalitäten ist unglaublich aufwändig,
bürokratisch und unsystematisch und nahm bei uns dreieinhalb Stunden in
Anspruch (bei anderen Reisenden auch wesentlich länger).
Das Internationale Carnet de Passage ist obligatorisch. An der Grenze
werden die Fahrgestell- und Motornummer durch Rubbeln vom Fahrzeug
abkopiert und mit den im Carnet eingetragenen Daten verglichen. Wichtig
ist es, dass das Fahrzeug als Privatwagen/Campingfahrzeug akzeptiert
wird. Wir haben Reisende getroffen, deren Wagen offenbar als Lieferwagen
eingestuft wurde. Das hatte zur Folge, dass eine Fahrgenehmigung nur für
zwei Wochen erteilt wurde. Mit erheblichem Aufwand an Zeit und Geld
könnte die Genehmigung in Kairo auf maximal vier Wochen verlängert
werden.
Die Gebühren beliefen sich bei uns inklusive der obligatorischen
Haftpflichtversicherung und der Straßenmaut auf insgesamt etwa 85 € für
zwei Monate Aufenthalt im Land. Andere haben dem Vernehmen nach auch
mehr als das Doppelte bezahlt.
Unterkunft:
Ägypten ist ein vergleichsweise touristisch gut erschlossenes Reiseland. In den meisten größeren Städten findet man Hotels. Selbst in den vom Massentourismus noch nicht entdeckten Gegenden wie in den Oasen gibt es reichlich Kapazitäten. Allein in und um Bawiti, dem Hauptort der Oase Baharya, warten angeblich 30 Hotels in vier Campingplätze auf Gäste. An den meisten Wüstenstrecken ist es kein Problem, freie Stellplätze zu finden.
Empfehlungen:
Kairo/Gizeh:
Salma Camp (N 29° 58.170', E 031° 10.540'): in einer am Seitenstraße der
Straße nach Sakkara, Zufahrt nicht beschildert, Abzweig Richtung Wissa -
Wassef - Zentrum, nach der Überquerung eines stinkenden Abwasserkanals
über Müllhaufen noch knapp 100 m zum Camp. Großer staubiger Platz,
Mückenplage (auch noch Ende November), kläffende Köter, antiquierte
Sanitäranlagen, LE 50 pro Auto. Wir raten ab.
Camping Sahara Mar (N 29° 57.800', E 031° 09.510'): schwer zu finden
(obwohl nur 1,7 km Luftlinie vom Salma Camp entfernt brauchten wir für
den Weg etwa eineinhalb Stunden, Einheimischen auch in der unmittelbaren
Umgebung war der Platz offenbar völlig unbekannt), war im November 2006
geschlossen.
Beide Plätze liegen strategisch ungünstig, wenn man Kairo besichtigen
will oder Dinge zu erledigen hat (zum Beispiel Visum Sudan). Obwohl nur
gut 10 km Luftlinie vom Zentrum Kairos entfernt benötigten wir etwa
eineinhalb Stunden für die Fahrt vom Salma Camp dorthin.
Wir empfehlen eines der zahlreichen Hotels in der Stadtmitte (um Midan
Tahrir, N 30° 02.667', E 031° 14.182'), bewachter Parkplatz in einer
Seitenstraße der Sharia Talaat Harb (Einfahrt nur in arabisch
beschildert, N 30° 02.793', E 031° 14.187').
Baharya:
4 Camps. Wir empfehlen Eden Garden (N 28° 18.039', E 028° 56.387') als das atmosphärisch angenehmste, sehr freundlich und aufmerksam, Warmwasserbrunnen neben dem Camp, leider zum Teil noch im Bau, soll Anfang 2007 abgeschlossen werden. Weitere Camps: Ahmed Safari Camp (N 28° 20.878', E 028° 49.325'), Sahara (N 28° 22.356', E 028° 53.566') sowie bei Bir Matar (N 28° 23.070', E 028° 54.660').
Weiße Wüste:
überall freies Campen in traumhafter Umgebung. Im Winter nachts kalt. Feuerholz mitbringen und windgeschützte Stelle suchen.
Dakhla:
Empfehlung: Bir El Gabal (N 25° 44.326', E 028° 55.304'), die herrliche Lage, gepflegte Anlage, Stellplätze leider wenig inspirierend. Außerdem Bedouin Camp (N 25° 33.750', E 028° 56.967'), sehr sauber und gepflegt, als Stellplätze leider nur Parkplatz, allerdings mit eigenen, sauberen sanitären Anlagen. Das in einigen Führern einzige aufgeführte Khamis Camp (N 25° 28.707', E 028° 57.788') ist ein einziger Schrotthaufen.
Assuan:
Einzige offizielle Campingmöglichkeit bei Assuan ist Adams Home am
Westufer des Nils (über die neue Nilbrücke im Norden der Stadt und
flussaufwärts zurück, N 24° 10.167', E 032° 51.967'). Stellplätze vor
einer restaurierten nubischen Wohnanlage. Sehr freundlich und
hilfsbereit, sauber und gepflegt, hervorragendes Essen, LE 25 pro Auto.
Wird fortgesetzt…