FAQ - Häufig gestellte Fragen

Hier haben wir mal zusammengetragen, was wir immer wieder gefragt
werden und in Form eines Interviews niedergeschrieben
Wie alt seid ihr denn? Was habt ihr vor der Reise gemacht? Wie
und wann habt ihr euch kennen gelernt? Ward ihr vorher schon mal in
Afrika?
Tanja Kiesow, geboren 1971 in Heilbronn, aufgewachsen in Leingarten,
Erzieherin, von 1996 bis August 2006 fest angestellt im Kindergarten
Kelterstraße der Gemeinde Leingarten. Tochter Jana, Jahrgang 1987,
derzeit in Ausbildung zur Erzieherin in Heilbronn.
Dr. Bernhard „Kim“ Kiesow, geboren 1961 in Kassel, aufgewachsen in
Kirchhausen und Leingarten, Studium in Würzburg, Erlangen und Frankfurt
am Main, von 1999 bis 2006 niedergelassen als hausärztlicher Internist
in Nordheim
.
Gemeinsamer Lebensweg
:
Kennen gelernt im März 2000 in einem Biergarten in Heilbronn und sofort
ineinander verliebt. Die erste Frage von Kim soll nicht die nach Tanjas
Namen gewesen sein, sondern: „Kannst du dir vorstellen, mit mir mal auf
eine lange Reise zu gehen?“ Trotzdem haben wir uns erstmal Zeit gelassen
und den gemeinsamen Lebensweg langsam angehen lassen. Ob das zusammen
mit uns funktioniert haben wir auf vielen gemeinsamen Reisen ausführlich
getestet: wir waren, meist mit dem Rucksack und öffentlichen
Verkehrsmitteln, zusammen in Thailand, in der Türkei, der
Dominikanischen Republik, Costa Rica, Panama, Kambodscha, Myanmar (
Burma), Sumatra (Indonesien), USA, Tunesien, Namibia, Botswana, Ägypten,
Sulawesi (Indonesien), Irland, Norwegen, Italien, Mauritius, Tschechien,
Slowakei, Slowenien und haben zahlreiche Wochenendausflüge mit dem
Motorrad oder zum wandern in deutschen Landen unternommen Also war
Afrika nicht gerade der Schwerpunkt. Die Reise nach Namibia und Botswana
(im gemieteten Geländewagen) war aber doch ein ganz besonderes Erlebnis
von „Freiheit und Abenteuer“ und hat so sicherlich zu dem späteren
Entschluss, ausgerechnet durch Afrika zu fahren, beigetragen. Bei
einigen der Reisen war auch Tanjas Tochter Jana mit dabei.
Nach viereinhalb Jahren haben wir einen weiteren großen Schritt in eine
gemeinsame Zukunft gewagt und sind im Herbst 2004 zu dritt in eine
Wohnung in einem Aussiedlerhof bei Nordheim gezogen.
Unser großer gemeinsamer Wunsch von Anfang war, einmal auf eine lange
Reise zu gehen. Als Jana schließlich 19 Jahre alt war und in Ausbildung
und auf dem besten Weg ihre eigene Lebensreise zu gestalten war es dann
so weit. Wir begannen, unsere Träume zu konkretisieren, und als sich
dann im Mai 2006 die Gelegenheit ergab, die Praxis zu verkaufen stand
fest: Es geht los! Wohin es denn dann losgehen sollte, war zunächst
nicht klar. Irgendwann hat es sich dann ergeben: wir kaufen uns einen
Geländewagen und fahren durch Afrika! Als wir dann unsere besten Freunde
in unsere Pläne einweihten gab eine Freundin, von Beruf Richterin, zu
bedenken: Ihr solltet verheiratet sein, bevor ihr euch auf so eine lange
Reise macht! Gute Idee fanden wir und machten sofort den Termin klar. Am
5.8.2006 fand auf dem Bauernhof in Nordheim eine riesen Hochzeits- und
gleichzeitig Abschiedsparty statt
Am 10.10.2006 sind wir in Leingarten zu unsrer großen Reise durch Afrika
aufgebrochen
Wir sind von Deutschland aus über die Schweiz nach Italien gefahren und
von dort mit dem Schiff nach Tunesien gereist. Tunesien dreieinhalb
Wochen, Libyen eine Woche, Ägyptens siebeneinhalb Wochen, Sudan
dreieinhalb Wochen, zweieinhalb Monate Äthiopien, dann Kenia, Tansania…
.
Erzählt ein bisschen was über die Vorbereitungen der Reise. Wie
habt ihr eure Visa etc. beschafft? Wie waren die Überlegungen/Sorgen
etc.
Die Vorbereitungen auf eine solche Reise sind tatsächlich sehr
umfangreich und zeitaufwändig und in keiner Weise zu vergleichen mit der
Vorbereitung auf eine normale Urlaubsreise. Es ist kaum zu glauben, in
wie vielfältiger Weise man in Deutschland organisiert und ins
„öffentliche Leben“ eingebunden ist. Es ist zum Beispiel nicht möglich,
einfach keine Adresse mehr zu haben. Keine gesetzliche
Krankenversicherung deckt das Risiko einer Reise durch Afrika ab. Der
Verkauf einer Arztpraxis ist fast so aufwändig wie eine
Existenzgründung. Vielerlei rechtliche und finanzielle Dinge sind zu
regeln (Finanzamt, Rentenversicherung, Verträge mit den Angestellten und
den Krankenkassen, Wartungsverträge für Praxisgeräte und so weiter und
sofort), so dass ein großer Teil der Vorbereitungszeit nur ganz indirekt
mit der eigentlichen Reise zu tun hat.
Schon eher reisespezifisch war die Organisation der notwendigen
Ausrüstung. Auch das war völliges Neuland für uns, da wir bislang ja
meist mit Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren und
von Autos wenig, von Geländewagen überhaupt keine Ahnung hatten. Auch
gibt es niemanden, der einen dabei in allen Belangen umfassend beraten
könnte, es gibt Bücher zu einzelnen Aspekten, aber nichts was alle
notwendigen Informationen liefern würde. So haben wir zahlreiche Bücher
gelesen, verschiedene Messen und Globetrottertreffen besucht, tagelang
im Internet recherchiert und so weiter. Das Ergebnis war dann letztlich
doch ganz zufrieden stellend, auf unserer bisherigen Reise haben wir
nichts festgestellt was wir völlig vergessen oder total vernachlässigt
hätten. Unser Toyota Landcruiser scheint wirklich das Optimum für Afrika
zu sein und wir haben auch auf Strecken, die sich andere gar nicht zu
befahren trauen jederzeit noch jede Menge Reserven.
Entgegen der weit verbreiteten Vorstellung haben wir der Planung der
Reiseroute weit weniger Zeit gewidmet. Von Tunesien bis Sudan ist der
Weg weit gehend durch die politischen Gegebenheiten vorgezeichnet (ab
dem Sudan hätte es die Möglichkeit gegeben noch einen Ausflug über
Eritrea und Dschibuti zu machen, anstatt direkt nach Äthiopien zu
fahren). Ab Kenia gibt es dann zahlreiche verschiedene Möglichkeiten und
da haben wir auch noch keine genauen Vorstellungen über den weiteren
Reiseverlauf. Die genaue Reiseroute wird vor Ort entschieden. So bleiben
wir immer flexibel und können von Tipps von anderen Reisenden und
Einheimischen profitieren
Die Beschaffung von Visa erfolgt überwiegend im Nachbarland. Einzig für
Libyen (siehe dazu unsere ausführlichen Artikel
Reisepraktische Informationen und
Grenzformalitäten in Libyen – Erfahrungen mit der Arbeit der in
Deutschland ansässigen Agentur SARO und ihrem libyschen Partner SARI)
und Ägypten (im Prinzip ist es für Deutsche in Ägypten möglich, das
Visum an der Grenze zu erhalten; das ägyptische Konsulat in Frankfurt
hatte uns aber dringend geraten, das Visum im Voraus zu beschaffen, weil
man am Grenzübergang von Libyen nach Ägypten nicht mit dem Procedere der
Einreise von Europäern vertraut ist) haben wir die Visa vorab besorgt.
Bei unserer Reisegeschwindigkeit kann man Visa für die folgenden Länder
nicht im Voraus beschaffen, da diese dann bereits bei Grenzübertritt
nicht mehr gültig sind. Informationen darüber, wie und wo man vor Ort
Visa beschaffen kann, recherchieren wir überwiegend im Internet oder
erhalten Tipps und Hinweise von anderen Reisenden. Reiseführer und
andere Bücher sind diesbezüglich meist veraltet
Nicht unerwähnt bleiben darf, dass eine solche Reise ohne eine
Kontaktperson zuhause praktisch nicht durchzuführen ist. Anfragen von
Behörden oder Versicherungen sind zu beantworten, Bankgeschäfte zu
erledigen und so weiter. Diesen Job übernimmt dankenswerterweise Kims
Mutter
Unsere Sorgen galten und gelten überwiegend Gewaltkriminalität und
schweren Erkrankungen. Bislang haben wir diesbezüglich zum Glück
keinerlei schlechte Erfahrungen machen müssen. Durch unsere zahlreichen
bisherigen Reisen haben wir sicherlich inzwischen auch ein Gefühl für
schwierige oder gefährliche Situationen entwickelt. Bevor wir in ein
neues Land reisen oder in eine Gegend fahren, die nicht auf der
Hauptroute liegt, informieren wir uns auf der Webseite des Auswärtigen
Amtes oder bei der deutschen Botschaft im jeweiligen Land über
potentielle Gefahren. In Äthiopien sind vielerorts in Nationalparks
bewaffnete Führer vorgeschrieben oder empfohlen. Über gesundheitliche
Gefahren haben wir uns natürlich vorab ausführlich informiert und haben
eine gut bestückte „Hausapotheke“ dabei. Vor Ort holen wir jeweils
Informationen ein, wie es z. B. um die Malariagefahr bestellt ist.
In euren Texten schreibt ihr viel über die Verhältnisse vor Ort,
auch über Politisches - wie habt ihr euch darauf vorbereitet/ informiert
Die Beschaffung von Informationen ist ein vielschichtiger Prozess, der
einen großen Teil einer solchen Reise ausmacht. Von allen Ländern, die
wir bereisen, haben wir Reiseführer. Bevor wir in ein Land kommen, lesen
wir meist auch noch andere Bücher, zum Beispiel Autobiografien oder
Erlebnisberichte. Als Vorbereitung auf unseren Aufenthalt im Sudan haben
wir zum Beispiel gelesen: „15 $ für ein Leben“ und „Sklavin“, beides
Bücher, die sich mit der Tatsache der Sklaverei im Sudan im
einundzwanzigsten Jahrhundert befassen. Bevor wir nach Äthiopien gereist
sind haben wir vorher „Feuerherz“ gelesen, ein Buch dessen Autorin in
Eritrea im Krieg gegen Äthiopien als Kindersoldatin eingesetzt war.
Aussagen, die in solchen Büchern getroffen werden, überprüfen wir dann
z. B. mithilfe einer Internetrecherche, oder wir sprechen mit Leuten vor
Ort, die zum Beispiel als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen mit den
täglichen Realitäten beschäftigt sind. Letztlich sind viele Dinge
natürlich auch bei genauer Betrachtung vor Ort offensichtlich
(vergleiche auch unseren Artikel über
khartum)
.
Wie ist der Kontakt mit der Bevölkerung/ geht es über das "Give
me" hinaus?
In Äthiopien ist der Kontakt zur Bevölkerung in der Tat häufig
schwierig, weil man sich tatsächlich kaum frei bewegen kann. Hinzu kommt
natürlich die Sprachbarriere. Intensivere Gespräche haben wir so vor
allem mit Hotelpersonal oder einheimischen Gästen in Hotels oder aber
auch mit den Führern, die sich fast überall anbieten, die häufig ganz
gut Englisch sprechen und viel über die Verhältnisse vor Ort erzählen
können. In anderen Ländern war das häufig ganz anders: in Tunesien
beispielsweise sind wir spontan von einer Familie zum Essen eingeladen
worden (da ging die Konversation auf Französisch ganz gut) und auch
sonst gab es häufig herzliche Kontakte auch ohne dass man sich sehr gut
sprachlich verständigen konnte (vergleiche z. B. auch unseren Artikel
über den
Süden des Sudan, wo wir in einem kleinen Rundhüttendorf übernachtet
haben oder auch den Exkurs
„Zu Gast bei einer libyschen Familie“. Insgesamt ist der Kontakt zu
einheimischen Bevölkerung einer der für uns wichtigsten Punkte bei einer
Reise überhaupt
.
Wie lange bleibt ihr an einem Platz/ Was macht ihr den Tag über,
wenn ihr nicht unterwegs seid?
Wie lange wir an einem Platz bleiben, ist sehr unterschiedlich. Bislang
haben wir uns zwischen einem Tag und dreieinhalb Wochen an einem Platz
aufgehalten. Mit der Dauer der Reise nimmt der Wunsch zu, mal auch für
eine Zeit lang wieder irgendwo „daheim“ zu sein. So haben wir uns zum
Beispiel überlegt, vielleicht in Kenia für ein oder zwei Monate ein
kleines Häuschen auf einer Farm zu mieten
.
Die schriftliche und fotografische Dokumentation unserer Reise nimmt
viel Zeit in Anspruch. Anfänglich haben wir das manchmal als belastend
empfunden, inzwischen haben wir aber das Gefühl, dass es sehr wichtig
ist, neue Eindrücke auch intensiv zu verarbeiten. Dabei hilft uns die
schriftliche Fixierung und natürlich sprechen wir auch häufig
stundenlang über unsere Eindrücke und Gefühle, meist miteinander, wenn
wir in Gegenden sind, wo wir andere Touristen treffen, dann häufig aber
auch mit anderen.
Letztlich sind auch immer wieder Wartungsarbeiten am Auto zu erledigen
und andere „Hausarbeiten“ durchzuführen. Nach langen Pistenfahrten ist
das Innere des Wagens häufig mit einer dicken Staubschicht überzogen,
außerdem vibrieren sich zahlreiche Schrauben raus. Das Auto ist
natürlich ganz anderen Belastungen ausgesetzt, als in Europa, so fallen
auch entsprechend häufig Wartungs- und Inspektionsarbeiten an. Außerdem
müssen Behördengänge absolviert werden und viel Zeit verwenden wir auch
auf die Vorbereitung der jeweils nächsten Reiseetappe.
Wie finanziert ihr eure Reise?
Wir haben in der ganzen Zeit, in der wir gearbeitet haben, unser Geld
zusammen gehalten und nicht für Luxusgüter ausgegeben. Wir hatten nie
ein Haus oder eine Eigentumswohnung. Auch auf unsern zahlreichen Reisen
haben wir stets sparsam gewirtschaftet. Natürlich sind die Kosten für
die Lebenshaltung in den meisten afrikanischen Ländern weitaus geringer
als in Europa. So geben wir hier für eine Hotelübernachtung zum Beispiel
zwischen 2 und 10 € aus (natürlich gibt es vielerorts auch sehr viel
teurere Hotels, hier in Addis Abeba kann man bis zu 4200 $ für eine
Nacht ausgeben, wir wohnen aber immer in einfachen Herbergen oder
schlafen für umsonst oder wenig Geld im Auto)
Natürlich bleiben trotzdem eine Reihe von Ausgaben, bei denen man nicht
sparen kann: zum Beispiel Gebühren für Visa, Schiffspassagen,
Eintrittsgelder für Nationalparks, Museen oder historische Stätten,
Wartungs- und Reparaturkosten für unser Auto und so weiter. Deshalb wäre
es natürlich schön, wenn wir einen Sponsor hätten
Vermisst ihr etwas aus der Heimat?
Nach etwa fünfeinhalb Monaten auf Tour kam gelegentlich so etwas wie
Heimweh auf, das har sich inzwischen wieder gelegt. Dabei vermissten wir
keine materiellen Güter, ganz gelegentlich schwärmen wir uns mal
gegenseitig vor, wie gut jetzt z. B. ein Schweinebraten mit Spätzle
wäre. Was wir jetzt doch häufiger vermissen sind gesellige Abende mit
der Familie oder mit Freunden. Wir freuen uns sehr, dass uns Jana immer
wiederbesuchen kommt und ein kleines Stückchen Heimat mitbringt)
Was habt ihr als Gepäck dabei?
Natürlich haben wir sehr viele Dinge dabei. Den geringsten Teil machen
die Sachen aus, die man normalerweise mit in den Urlaub nimmt. Unser
Auto ist ausgerüstet wie ein kleines Wohnmobil, mit Gaskocher, einem
Tank für Frischwasser und einem Kühlschrank (vergleiche auch die
Ausstattungsliste). In einem der Staufächer führen wir
Lebensmittelvorräte mit. Natürlich haben wir einiges an Werkzeug und
Autorersatzteilen dabei, außerdem Material zur Bergung des Autos, wenn
dieses einmal stecken bleibt. Wir können im Auto schlafen, haben aber
zusätzlich eine komplette Camping - Ausrüstung mit Schlafsäcken,
Campingtisch und -Stühlen dabei. Dann gibt es einen Koffer mit einer
recht umfangreichen „Hausapotheke“, zahlreiches Computerzubehör und ein
Satellitentelefon
Gibt es ein nettes Anekdötchen, das ihr erzählen könnt?
Natürlich passieren hier täglich erzählenswerte Geschichten und
Geschichtchen. In Äthiopien haben wir zum Beispiel ein englisch -
kanadisches Paar kennen gelernt, welches von Südafrika aus mit dem Auto
nach England unterwegs ist und weil ihr Fahrzeug nicht für den Sudan
taugt von Äthiopien aus über Dschibuti, den Jemen, Saudi-Arabien und die
östlichen Mittelmeerländer nach Europa zurückfahren will. Als wir ihnen
erzählten, dass unverheiratete Frauen kein Visum für Saudi-Arabien
bekommen, haben sie spontan beschlossen, zu heiraten und das auch sofort
in die Tat umgesetzt. So waren wir zu einer recht ungewöhnlichen
Hochzeit in einem Park in Addis Abeba eingeladen. Eine Geschichte aus
dem Sudan ist auch im Internet veröffentlicht: …Auf der Weiterfahrt
kündigen bald einige große Felsen die nahen Berge an, ein paar
Tamarisken und Baobabs ergänzen die Szenerie zu einem perfekten
Lagerplatz für die Nacht und wenig später verbreiten die Grillwürste aus
unseren Weihnachtvorräten über dem Lagerfeuer einen köstlichen Duft.
Hirten auf Kamelen treiben eine riesige Rinderherde vorbei und es ist
schon dunkel geworden als in der Stille der Nacht ein Fahrzeug zu hören
ist. Ganz in der Nähe unseres Lagerplatzes hält das Gefährt und wir
können mit dem Fernglas einige Männer im Licht der Scheinwerfer
hantieren sehen. Sie entzünden ein kleines Feuer haben aber offenbar
nicht angehalten, um die Nacht hier zu verbringen. Die unklare Situation
macht doch ein etwas ungutes Gefühl, so dass wir uns schließlich, immer
wieder laut den arabischen Gruß „Friede sei mit euch“ rufend, vorsichtig
der Gruppe nähern. Die Männer reagieren nicht und verhalten sich ganz
still, so dass wir doch ein wenig Angst bekommen. Als wir schließlich
nahe genug sind, dass sie uns deutlich erkennen können, stehen sie von
ihrem Nachtmahl am Lagerfeuer auf, begrüßen uns freundlich und zeigen
uns den Grund für ihren unfreiwilligen Aufenthalt: einen platten Reifen
an ihrem Traktor. Wir verbringen eine ruhige Nacht in dieser herrlichen
Umgebung…